Was erwartet mich im Training?

Aufbau, Inhalt und Ausführung der Übungsstunden im Shotokan Karate Stade e. V.


Vorkenntnisse sind nicht nötig, man kann jederzeit einsteigen.

Es sind auch keine körperlichen Voraussetzungen nötig, man lernt im Rahmen seiner Möglichkeiten. In den meisten Fällen lassen sich selbst krankheitsbedingte Einschränkungen durch ein ausgewogenes Training kompensieren. Talent ist zweitrangig - entscheidend ist Trainingsfleiß!

 

Die Grundstruktur einer Unterrichtseinheit sieht so aus:

 

Aufwärmen:

 

Bei Kindern meist durch karatespezifische Spiele und Koordinationsübungen.

 

Bei Jukuren werden erst die Gelenke mobilisiert, dann die großen Muskeln trainiert. Gymnastische Übungen, Konditionstraining, Krafttraining mit dem eigenen Körper (Schnellkraft) und Koordinationsübungen ergänzen die Aufwärmphase bis der Körper optimal auf das nun folgende Training vorbereitet ist.

 

Gewaltschutz (z. B. Rollenspiel)

 

Eine Gefahrensituation wird geschildert. Lösungsvorschläge gesammelt. Die Auflösung erfolgt in einer praktischen Übung. Weitere Infos: Gewaltschutz + Prävention.

 

 

Selbstverteidigung (Karate ist Selbstverteidigung!)

 

Ein Angriff wird simuliert. Vorschläge für eine Abwehr gesammelt und ausprobiert. Die Auflösung erfolgt in einer praktischen Übung.

Hin- und wieder wird ein SV-Kurs angeboten. Angebote werden dann hier veröffentlicht: Selbstverteidigung.

 

 

Kihon (Grundtechniken)

 

Die ersten Karatestellungen, Angriffstechniken (Schlag- und Stoßtechniken, Tritte) und Abwehrtechniken (Blocktechniken, Ausweichbewegungen) werden erlernt.

 

 

Kumite (Zweikampf)

 

Die im Kihon erlernten Techniken werden mit Partner kontaktlos geübt. Das heißt ein Angriff startet zwar mit voller Kraft, wird aber präzise vor dem Körper des Partners gestoppt. Zur Sicherheit kann ein Faust- und Fußschutz verwendet werden. Zur Überprüfung der Schlagkraft und der Schlagpräzision werden Pratzen, Schlagpolster oder Sandsack genutzt.

 

 

Kata (Formenlauf)

 

Eine Kata ist eine Abfolge von Techniken, Drehungen und Bewegungen in einem festgelegten Ablauf. Karate konnte auf diese Weise „verschlüsselt“ von der Vergangenheit bis in die Neuzeit bewahrt werden. Mit Hilfe des „Bunkai“ kann die Kata wieder „entschlüsselt“ werden. Das Bunkai zeigt die Anwendung der Kata in der Selbstverteidigung.

 

 

 

Dehnung (Cool down):

 

Um den Körper wieder zu entspannen und einem Muskelkater vorzubeugen, werden Dehnungs- und Entspannungsübungen durchgeführt. Der Puls normalisiert sich und der Stress des Alltags ist abgebaut.

 

 

Wertekonzept (nur für Kinder)

 

Das Wertetraining erfolgt vor oder nach den Unterrichtseinheiten in einer entspannten Atmosphäre. Die Werte Mut, Respekt, Bescheidenheit, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft und Höflichkeit werden vermittelt. Weitere Infos: Werte im Kinderkarate.


Zehn grundsätzliche Hinweise für das Karatetraining:

Immer wieder werden im Training einige Hinweise gegeben, wie man die Techniken korrekt ausführt damit sie wirkungsvoll am Gegner und für sich selbst gesunderhaltend sind. Der Teufel steckt hier im Detail. Karatetechniken sehen einfach aus, sind es aber erst, wenn man alle Kleinigkeiten beachtet und von Anfang an richtig übt. Einige der folgenden Ratschläge werden Karateschüler immer wieder von Ihren Lehrern hören.

 

1. Aufrecht bleiben und nach vorne sehen!

Rücken und Hals müssen gerade bleiben. Insbesondere bei Körperrotationen. Der Blick muss nach vorn gerichtet sein, niemals zum Boden. Von Anfang an einprägen, den Gegner nie aus den Augen zu lassen. Die Technik folgt dem Blick.

 

2. Atmen!

Bei jeder Technikausführung hörbar ausatmen. Nie die Luft anhalten! Die richtige Atmung beim Karate hat eine fundamentale Wirkung auf das Kampfgeschehen. Es wirkt auch mental.

 

3. Hüfte einsetzen!

Karate wird mit dem gesamten Körper eingesetzt. Die Hüftrotation löst fast jede Technik aus und verstärkt in Kombination mit dem Einsatz der gesamten Muskelkette die Wirkung. Die optimale Kraftübertragung durch die Hüfte verhindert körperliche Beschwerden durch falsche Belastungen.

 

4. Entspanne die Schultern!

Kraftübertragung findet auch über die Schultern und andere Gelenke statt. Die Schultern müssen bewusst entspannt sein, damit sie "unten bleiben" und nicht die Bewegung blockieren. Nur lockere Schultern können richtig eingesetzt werden.

 

5. Übe langsam!

Wer schnell trainiert, macht auch schnell Fehler. Man merkt das selbst nicht und manchmal sieht auch der Trainer das nicht sofort. Fehler schleifen sich ein. Beim langsamen und bewussten Üben werden falsche Bewegungen schneller wahrgenommen. Ist die Übung regelmäßig richtig geübt worden, wird sie automatisch schnell und effektiv.

 

6. Deckung oben lassen!

Gerade in Kampfsituationen ist man schnell im Stress, bekommt einen Tunnelblick und ist eher auf den Gegner fixiert als auf seine eigene Deckung. Das kann einen fatalen Kopftreffer zur Folge haben. Deswegen nie die Deckung runternehmen, der Kopf muss immer geschützt bleiben.

 

7. Ellenbogen dicht am Körper lassen!

Wenn der Ellenbogen eng am Körper bleibt, stabilisiert er bei einem Schlag oder Block unter anderem auch das Schultergelenk. Die Kraft wird direkt übertragen und der eng geführte Ellenbogen schützt schneller und sicherer als weit ausgeführte Armbewegungen.

 

8. Knie zeigt zum Fuß!

Um Verletzungen zu vermeiden müssen Fuß und Knie optimal koordiniert sein. Das Knie darf weder nach innen noch nach außen gerichtet werden. Als Scharniergelenk muss es immer in der gleichen Richtung wie der Fuß ausgerichtet sein. Alles andere ist auf Dauer schädlich!

 

9. Konzentriere Dich!

Die Konzentration ist mit das Wichtigste im Karate. Nur einmal nicht aufgepasst, hat man einen Kampf verloren, sich vielleicht verletzt oder trainiert eine Weile etwas falsches...

 

10. Sei entspannt!

Der Wechsel von Spannung und Anspannung ist ein ebenfalls entscheidender Punkt bei der Ausführung von Karate. Man kann sich nur schnell bewegen, wenn man locker ist. Erst im letzten Moment, dem sogenannten "Kimepunkt", also beim Treffer oder beim Block wird die gesamte, benötigte Muskelkette angespannt. Wichtig ist auch, im Unterricht zu lächeln, das entspannt ungemein und das Training macht allen Beteiligten viel mehr Spaß als wenn man sich verbissen abrackert.